Tiertransport

Allgemein Wissenswertes zum Tiertransport

Der Tiertransport ist immer eine Phase, in der die Tiere erhöhtem Stress ausgesetzt sind. Deshalb muss der Transporteur über einige Hintergründe
beim tiergerechten Transport informiert sein. Folge dessen habe ich mich mal etwas mit dem Thema befasst und bin auf viele ungeklärte Fragen gestoßen.
Das wichtigste ist die Einhaltung der richtigen Transporttemperatur. Wie empfindlich und beeinflussbar dieses Konstrukt ist, habe ich mittels eines Datenloggers ermittelt.

Erster Versuchsaufbau:

Styroporbox mit 4,5cm Wandstärke, Abmessung: 30x25x24
Versuchstag 10.02.2013 Beginn um 7:13 bei einer Außentemp. von -8°


 

Wie man auf der Log-Grafik erkennen kann, ist eine ideale Transporttemperatur mit Styroporbox ohne entsprechende Wärmeversorgung nicht gewährleistet.

 

Ohne Heatpack oder warmer Wasserflasche ist ein Transport, in einer einfachen handelsüblichen Styroporbox, bei Minusgraden nicht möglich. Eine trügerische Sicherheit für kälteempfindliche Tiere.

Richtiges transportieren von Amphibien:

Der richtige Transport von Amphibien ist von entscheidender Bedeutung, um den Tieren
so wenig Stress wie möglich auszusetzen. Diese Form von negativem Stress ist oft Ursache für ein Erkranken oder Sterben von geschwächten Tieren. In kühlen Zeiten kann eine zu niedrige Transporttemperatur eine Immunsupression (vereinfacht ein Aussetzen des Immunsystems) hervorrufen und so binnen Stunden dafür sorgen, dass bereits im Körper vorhandene Keime, Bakterien oder Parasiten die Überhand gewinnen. Die Tiere können folglich dem nichts mehr entgegen setzen, dadurch kommt es auch häufig zum Tod von äußerlich gesund erscheinenden Tieren innerhalb kurzer Zeit auch nach dem Transport im neuen Zuhause. Bei neotropischen Amphibien kann ein Überschreiten und Unterschreiten der Vorzugstemperaturen alleine durch die Temperatur zum Ableben führen. Deshalb bildet die richtige Temperatur eine zentrale Rolle im Transportprozess, um diese zu Gewährleisten sollte grundsätzlich immer eine Styroporbox verwendet werden.


Beim Behälter sind verschiedene Gesichtspunkte wichtig. Zum Einen muss er die Luftfeuchte halten, zum Anderen muss er vor Verletzungen schützen und Ausscheidungsprodukte aufnehmen können.

Jedes Individuum sollte einen separaten Behälter bekommen, also einzeln für sich transportiert werden.
Es eignen sich hierbei verschiedenste Kunststoffbecher aus der Lebensmittelindustrie.
Die Becher sollten möglichst einen Sichtschutz gewährleisten durch undurchsichtige Behälterwände. Dies sorgt als Sichtschutz gegenüber Artgenossen und als Stressreduktion für die Tiere beim 'handle'.
Die Tiere nehmen so die Wände als Barriere wahr und springen nicht unkontrolliert im Becher herum, was das Verletzungsrisiko senkt!
Ein durchsichtiger Deckel bietet die nötige Kontrollmöglichkeit der Tiere. E
ingebrachte Lüftungslöcher sorgen für den Luftaustausch. Zum Erhöhen der Luftfeuchte und für das Aufnehmen von Ausscheidungen eignen sich nach Möglichkeit mehrere Lagen feuchtes Küchenpapier oder unbehandelte Wattepads (frei von Parfümierung oder Ähnlichem), die mit Wasser befeuchtet wurden. Als kleiner Sichtschutz haben sich einfache Pflanzenblätter oder ein Laubblatt bewährt.
Das gibt den Tieren mehr Sicherheit und geringfügigen Rückzug.

Vermeiden Sie ansonsten lose Gegenstände wie Steine oder andere Gegenstände, als die bereits Genannten, um Verletzungen durch herumfallen im Behälter erst gar nicht entstehen zu lassen.
Vermeiden Sie ebenfalls scharfe Kanten oder Spitzen, die nach innen in den Behälter ragen. Zum Beispiel durch das Löchern der Behälter. Hier können sich die Tiere ernsthaft an der Haut verletzen. -> Entweder von Innen nach Außen durchbohren, einen Lötkolben oder eine Lochzange verwenden!

Vermeiden Sie auch möglichst Amphibien reizenden Stoffen auszusetzen. Amphibien reagieren äußert empfindlich auf bereits geringe Dosen von Nikotin, Parfüm, Insektiziden usw. toxisch, die für andere Lebewesen tolerierbar sind. Nicht umsonst gelten Amphibien als wichtige Bioindikatoren in der Umwelt. 

Beachten Sie auch die Tiere schonend (möglichst ohne Anfassen) zu fangen. Hierfür eignen sich transparente Acryl- oder Plexiglas-rohre, welche vor den Frosch gelegt werden. Mit der Hand kann man sich nun dem Tier von hinten nähern, sodass er sich von ganz alleine in das Rohr bewegt. Gleiches ist auch bereits mit dem Transport-Becher möglich. Die Tiere sollten nie mit der bloßen Hand angefasst werden. Falls dies doch erforderlich ist, Waschen Sie sich davor gründlich um Seifenreste, Creme, Nikotin etc. von ihren Händen zu entfernen.
Sollten Sie in weiteren Becken noch Tiere fangen müssen wiederholen Sie den Waschprozess um mögliche Kreuzkontaminationen in den Becken zu vermeiden. Alternativ können auch Einweghandschuhe getragen werden (Wechseln nicht vergessen).

Sie sollten auch vermeiden die Tiere am Transporttag zu füttern. Ein voller Magen ist bei einem Transport nur belastend für das Tier, auch wenn es gut gemeint ist.

 

Wenn alle Ratschläge beherzigt werden, ist die Gefahr für das Tier gering, die Strapaze an sich problemlos zu bewerkstelligen.

 

 

Ihr Tier wird es Ihnen danken.

 

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