Wiesenplankton

In höchsten Tönen wird es gelobt, von vielen Froschhaltern und Züchtern, das Wiesenplankton!
Nährstoffreich, abwechslungsreich, voller Vitamine und Mineralstoffe.
In dieser Anleitung wird erklärt, wie man es fängt und wie man es am besten verfüttert.

Arbeitsvorbereitung:


Wir benötigen einen Kescher der für Wiesenplankton geeignet ist (z.B. ein Käfersieb nach Demelt), einen 1L Becher mit gelochtem Deckel und feines Gartenvlies/Zewa.
 
Als Fangplatz für unser Futter suchen Wir uns nun eine Wiese aus, auf der nicht gedüngt und gespritzt wird. Feuchtwiesen sind ebenfalls nicht geeignet, denn laut einer Untersuchung wurden in rund 80% von stehenden Gewässern Kokzidien gefunden, welche durch einbringen durch die Landwirtschaft verursacht sind.
Ich persönlich habe sehr gute Ergebnisse mit brachliegenden Wiesen direkt neben Wäldern gemacht. 

unbelastete Wiese zum Keschern  


Wir grasen nun die Wiese ab, indem Wir den Kescher (dicht über das Gras) in S-Bewegungen hin- und herbewegen.
 
Abkeschern durch S-Linien  


Nach den ersten Metern sieht man schon wie der Netzbeutel sich füllt.


 
Insekten im Netzbeutel  


Da sich die Insekten nun unten im Kescher gesammelt haben, müssen Wir sie nur noch in unseren Becher schütten. Wie man sieht ist das Spektrum sehr breit. Verschiedene Läuse über Käfer, Zikaden, Kugelspringer und andere Insekten befinden sich in unserem Becher.
 
breites Insektenspektrum im Becher  


Kleinstfutter im 10tel bis 100tel Millimeterbereich.
 
Kleinstinsekten im 10tel bis hunderstel Millimeter-Bereich  


Wir verschließen nun, nach aussortieren der größeren Tiere wie Grillen/Heuschrecken und Wanzen, den Becher mittels unseres Vliesstoffes oder Zewa. Indem Wir ein paar Grashalme und Klee mit in den Becher geben, können wir mehr Insekten am Leben erhalten. Wiesenplankton sollte innerhalb der nächsten Stunde verfüttert werden, da sonst zuviel Insekten tot im Becher liegen.
 
Zum Verfüttern sollte man Schalen benutzten, um zu verhindern dass tote Insekten im Terrarium verteilt werden.
Diese entfernt man wieder nach beendeter Fütterung!
Tote Insekten würden sonst nur das Terrarium mit Schimmel und Bakterien belasten und damit auch unsere Pfleglinge.  
 
Einbringen von Plankton ins Terrarium  


Gierig holt sich der tinctorius seinen Käfer!
 
tinctorius schnappt sich gierig seine Leckerbissen  


Je Nach Monat variiert das Angebot an Insekten und deren Fangplätzen. Fangzeiten sind von April bis Ende August.  
 
Fangorte von Wiesenplankton:  
 

Monat Insektenspektrum Fangplatz
April-Mai Raupenlarven der Pflaumen-Gespinnstmotte Schlehen
Mai-Juni Blattläuse, Kugelspringer Wiesen
Mai-August Rosenblattläuse ungespritzte Rosenstauden, Wildrosen
Juni grüne Blattläuse Brennnesseln
Juni-August kleine Käfer, verschiedene Läuse, Fruchtfliegen. diverse Kleinstinsekten Wiesen
Juni-August Schilfläuse hohe Schilfgräser an Sonnenexponierten Standorten

 
Bild einer Raupe der Pflaumen-Gespinnstmotte  


Pflaumen Gespinnstmotte  


Bild einer Rosenblattlaus


 
Rosenblattlaus

Sehr ergiebige Fangorte im Sommer sind hochwachsende Schilfbestände. Die Kolonien können einfach mitsamt Blattstücken abgeschnitten und ins Terrarium gelegt werden.
So hat man innerhalb weniger Minuten genug Futter für ganze Anlagen.

Schilflauskolonien

 

 

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